Neue Informationen eingetroffen:
Zu der historischen Postkarte von 1912 hat Herr Hartmann angerufen und eine ganze Reihe interessanter Hinweise gegeben. Herr Hartmann ist gewissermaßen Lindener Urgestein, wohnt in der Straße "Am Steinbruch" auf dem Grundstück mit dem Eiskeller, den er gelegentlich für Besichtigungen öffnet, und ist von daher kein Unbekannter.
M.E. sind folgende Hinweise von Herrn Hartmann von besonderem Interesse:
Bei dem Gewerbebetrieb im Vordergrund hat es sich um ein Betonwerk gehandelt, dass bis Anfang des 2. WK dort bestand. Folglich handelt es sich nicht, wie von uns zunächst vermutet, um die Egestoffsche Ultramarinfabrik; die soll nach Erinnerung von Herrn Hartmann näher zur Fössestraße gestanden haben, ungefähr dort, wo sich jetzt Aldi und Lidl befinden. Das mühlrad-ähnliche Gebilde unten rechts auf der Postkarte ist wahrscheinlich ein Holzgerüst für eine Rundverschalung. Während des 2. WK wurde das Gelände als Gefangenenlager benutzt. (Könnte es sich um eine KZ-Außenstelle gehandelt haben?)
Die blaugrau colorierten Dächer hinter den Mauern, zwischen denen die Badenstedter Straße verläuft, gehörten zu einer Holzhandlung. Auf der Freifläche dahinter wurden in 1920er Jahren Kleingärten angelegt, die 1938 für die Bebauung weichen mussten.
Die Türmchen des Wasserhochbehälters und des (heutigen) Jazzclub-Gebäudes sind 1943 im Bombenkrieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut worden. Die Villa Osmers (auf dem Foto das mittlere der drei Türmchen auf dem Lindener Berg) blieb verschont.
Von wo wurde dieses Bild gemacht?
Bei ihren Vorbereitungen für die Stadtteilkampagne "Auf Entdeckertour in Linden-Limmer" sind Michael Jürging und Manfred Wassmann auf eine interessante Postkarte gestoßen. Sie zeigt den Lindener Berg im Jahre 1912. Die Postkarte stammt aus einer digitalen Fotosammlung der Evangelischen St. Martinsgemeinde.
In der Bildmitte erkennt man drei markante Türmchen. Dabei handelt es sich - von links nach rechts - um den Wasserhochbehälter, die Villa Osmers und das Haus, in dem sich inzwischen der Jazzclub und das Mittwochtheater befinden. Von den drei Türmchen gibt es heute nur noch das mittlere von der Villa Osmers.
Aber von wo wurde das Foto damals aufgenommen? Jürging und Wassmann haben inzwischen eine bestimmte Vermutung. Sie hoffen nun auf die Ortskenntnis und die detektivischen Fähigkeiten der Lindener. Wer meint, das Rätsel um den Fotostandort gelöst zu haben, wendet sich bitte an Michael Jürging (Tel. tags: 33 895-33; Tel. abends: 44 85 13; E-Mail: michael.juerging@agwa-gmbh.de) oder Manfred Wassmann (Tel. tags: 213 54 30; E-Mail: buero@freiraum-und-umwelt.de).
Die beiden Initiatoren würden sich über weitere historische Fotos aus Linden und Limmer für die geplante Stadtteilkampagne freuen. Wer mit einer Leihgabe dazu beitragen möchte, kann sich ebenfalls an eine der oben genannten Adressen wenden. "Es darf gerne der eine oder andere Rätselfall dabei sein", meint Michael Jürging mit einem Augenzwinkern.




