Zum offiziellen Start der Stadtteilkampagne "Auf Entdeckertour in Linden-Limmer" am 8. Mai bieten wir wieder eine kleine Fotogalerie, die sich um ein Vergleichsbildpaar rankt.
· Blumenauer Straße 1901:
Auf der Neujahrspostkarte von 1901 (Nachlass Ilse Popp) sehen wir die imposante Gebäudefront der Mechanischen Weberei längs der Blumenauer Straße. Sie wurde im Jahre 1837 zunächst als Privatunternehmen gegründet und 1857 von einer Aktiengesellschaft übernommen. Das Unternehmen stellte als bedeutendstes Produkt baumwollenen Samt, den sogenannten "Velvet" her. So kommt auch der Name Velvetstraße in Linden-Nord nicht von Ungefähr: Dort befand sich eine fabrikeigene Arbeiterkolonie.
Angesichts der aktuellen Debatte um Kinderbetreuungsplätze ist folgendes Zitat aus einer Broschüre über die Mechanische Weberei zu Linden vom Ende des 19. Jahrhunderts interessant: "Doch nicht allein ihren Erzeugnissen verdankt die Firma ihren Weltruf; auch ihren mannigfaltigen, auf der Höhe der Zeit stehenden Arbeiter-Wohlfahrtseinrichtungen, worunter vor allem die seit 1873 bestehende vorbildliche Krippe für die Kinder der Arbeiterschaft besonders zu nennen ist, wird Bewunderung und Anerkennung gezollt."
· Blumenauer Straße 2007:
Dies ist nun das aktuelle Vergleichsbild zur Neujahrspostkarte von 1901, aufgenommen am 6. April diesen Jahres. Die Bauzäune und die große Werbetafel in der Bildmitte (hinter dem "P"-Zeichen) deuten an, dass sich im Inneren des Ihmezentrums was tut. Das Ende ist vorerst offen - genauso wie die Erdgeschossetage halbrechts.
· Lindener Samt:
Mit der hübschen Reklamepostkarte (Sammlung Jürgen Wessel), deren Erscheinungsjahr uns leider unbekannt ist, wird auf possierliche Weise Reklame für den Lindener Samt gemacht. Bei dem abgebildeten Paar fühlt man sich glatt an den Sarotti-Mohr und Claudia Schiffer ("Weil ich es mir wert bin!") erinnert.
· Mechanische Weberei 1925:
Der Postkarte aus dem Jahr 1925 (Nachlass Werner Krämer) liegt ein Luftbild zu Grunde, auf dem die Mechanische Weberei fototechnisch besonders hervorgehoben wurde. Als Anhaltspunkte zur Orientierung sehen wir unten die Ihme mit einigen Flussschiffen. Oben rechts befindet sich der Küchengartenplatz. Am rechten Bildrand, gleich neben dem dortigen Schornstein, fährt ein dreiteiliger Straßenbahnzug zur Spinnereibrücke, die sich schräg unten rechts außerhalb des Bildausschnitts befindet.
· Ihmezentrum um 1980:
Und schließlich noch ein Bild aus der Blütezeit des Ihmezentrums (Nachlass Werner Krämer): Vor etwa 30 Jahren war der Gebäudekomplex ein Symbol der Stadtmoderne und wurde folglich auch als Motiv für Ansichtskarten verwendet.
Unser besonderer Dank für die Bereitstellung der verwendeten Unterlagen gilt Frau Bärbel Krämer, Herrn Jürgen Wessel und Herrn Gerd Menge.



